Teile des Schlagzeugs – Aufbau Schlagzeug

Ein Schlagzeug besteht aus mehr oder weniger vielen Einzelteilen. Es gibt nicht den Schlagzeug Aufbau, der individuellen Konfiguration sind hier keine Grenzen gesetzt, und jeder Drummer hat sein eigenes Setup. Von der Minimalkonfiguration mit Bassdrum, Snare und Ridebecken bis hin zu sogenannten Monster Drumkits mit zig Toms, mehreren Bassdrums und einem Becken Setup das die Kosten eines Kleinwagens weit überschreitet, ist beim Aufbau Schlagzeug alles möglich. In der Regel handelt es sich dabei aber um die immer gleichen Kernkomponenten.

Standard Aufbau Schlagzeug

Die wohl am häufgsten anzutreffende Konfiguration ist ein Set aus Bassdrum, Snare, Hi-Hat, 3 Toms, Hi-Hat-, Ride und Crashbecken. Früher lagen die Größen der Trommeln bei diesen Standard-Drumsets bei 12″, 13″ und 16″ Zoll für die Toms, 14″ Snare und 22″ Bassdrum. Diese Zusammenstellung ist auch heute noch sehr häufig anzutreffen, aber nicht mehr so gängig wie in den 80er und 90er Jahren. Mittlerweile sind gerade Zollverhältnisse in den Toms wesentlich gängiger. Die Änderungen betreffen aber in der Regel nur die Zusammenstellung der Toms. Die Größen der Toms können hier variieren zwischen 8/10/14 oder 10/12/16. Diese Art von Zusammenstellung mit 3 Toms ist am beliebtesten und für Anfänger am besten geeignet. Generell unterscheidet man zwischen den Musikstilen. Drumsets mit größeren Trommeldurchmessern werden dem Rock zugeordnet während Konfigurationen mit kleineren Trommeln eher im Jazz eingesetzt werden. Sets deren Größen dazwischen liegen gelten dann als Fusion Sets. So hat eine Rock Bassdrum in der Regel einen Durchmesser von 22″ während im Jazz eher 18″ gängig sein soll. Die 20″ Bassdrum ist dann halt die Fusion Variante.

Standard Drumset Konfiguration

Ganz so einfach ist es allerdings nicht und generell auch absoluter Quatsch, ich halte generell jede Art von Klassifizierung in der Musik für Überflüssig. Man braucht kein Megadrumset mit 24″ Bassdrums um den amtlichen Heavy Metal Sound zu kreieren und früher waren im Swing und Jazz auch die Bassdrums im Durchmesser schon sehr groß, die Aufnahmen von damals sind legendär. Spielt das was euch gefällt und achtet auf eine gute Qualität.

Eine weitere besonders in der Alternativ Rock Szene, sehr beliebter Aufbau besteht nur aus 2 Toms. Hierbei wird eine der Hängetoms weggelassen. Häufig tritt an die Stelle der Tom dann das Ridebecken. Diese Art von Aufbau wird dann gerne auch wieder mit zusätzlichen Standtoms ergänzt. Dies ist auch meine bevorzugte Variante da ich mein Set immer anhand von Snare, Bassdrum und Ridebecken ausrichte. Diese Sets werden gerne von den Herstellern als Breakbeat-, Bop- oder Hip-Sets betitelt. Es gibt aber keine allgemeingültigen Bezeichnungen für die Aufbauarten eines Schlagzeugs.

Wie auch immer deine Vorlieben sind, eins ist für alle Konfigurationen gleich. Wir können bei jeder Art des Aufbaus auf die gleichen Einzelteile des Schlagzeugs ausrichten. Aus meiner Sicht gibt es hier eine ganz klare Prioritätenliste.

  1. Snare
  2. Bassdrum
  3. Ridebecken
  4. Hardware und Hi-Hat Becken
  5. Alles andere

Je nach Vorliebe kann man 3 und 4 tauschen.

Einzelne Teile des Schlagzeugs

Die Snare

Die Snare oder im Deutschen kleine Trommel genannt, steht im Mittelpunkt des Sets. Sie ist generell der wichtigste Part in einem Drumset. Mit der Snare kann man ohne weiteres einen Song begleiten. Man hat mit einer gut gestimmten Snare eine sehr große Menge an Soundfacetten die es ermöglichen abwechslungsreiche Grooves, auch ohne zusätzliche Trommeln, zu erzeugen. Viele Schlagzeuger benutzen auch mehr als eine Snare am Set um weitere Klangfarben zur Verfügung zu haben. Die Snares unterscheiden sie in den Punkten Material, Mechanik, Spannreifen und weiterer Anbauteile, erheblich und sorgen immer wieder für Diskussionsstoff. Soll die Snare gedämpft werden oder sollen die Obertöne erhalten bleiben, sollte Sie tief und fett oder eher hoch und schneidend klingen. Ich weiß nicht wieviele unzählige Stunden ich damit zugebracht habe diese Fragen zu erörtern, und das alles nur um auf das Ergebnis zu kommen – tadaaa – „Richtig ist was dir gefällt“. Es gibt kaum einen Punkt am Schlagzeug auf den ein Schlagzeuger stolzer ist als auf seinen Snaresound, und jeder Versuch ihn von etwas anderem zu überzeugen wird sicher wie ein Tennisball von einer Mauer abprallen.

Die Bassdrum

Bei der Bassdrum entscheidet die Größe generell über die Tiefe und Lautstärke des Klangs. Die Faustregel lautet je größer der Durchmesser umso tiefer der Sound, je tiefer der Kessel umso lauter. Die gängigen Größen der Bassdrums reichen von 16″ bis 24″ Zoll vobei immer in 2″ Schritten unterteilt wird. Also 16″, 18″, 20″, 22″, 24″.

Das Ridebecken

Das Ridebecken, für mich das wichtigste Element nach Snare und Bassdrum. Die Auswahl an Ridebecken ist fast unüberschaubar. Beim großen Onlineversender Thomann kommt man auf gut und gerne 450 Ridebecken in den verschiedensten Ausführungen. Die Preisspanne reicht dabei von 70 – 700 Euro. Der Durchmesser ist in der Regel zwischen 18 und 26″ angesiedelt bei sehr unterschiedlichen Materialstärken. Beim Kauf eines Ridebeckens in der oberen Preiskategorie sollte man dringendst in ein Fachgeschäft gehen und sich die Becken Live vor Ort anhören. Es sind erhebliche Unterschiede selbst bei ein und dem gleichen Modell vorhanden. Man sollte auch genau das angespielte Becken kaufen.

Die Hardware

Also Grundsatz gilt hier, wer billig kauft, kauft immer zweimal. Hardware ist teuer, hier sollte man nicht sparen. Im Endeffekt kommt es aber auf den Einsatzzweck an. Wenn man ständig auf und abbaut muss die Hardware diesen Anforderungen gerecht werden, das spiegelt sich im Preis wieder. Bleibt das Set ständig an ein und dem gleichen Platz kann man auch auf die Top Serien der Hausmarken zurückgreifen. Wer nur mit minimalst Ausstattung auf kleinem Raum reisen möchte muss auch tief in die Tasche greifen. Leichte stabile und roadtaugliche Hardware hat seinen Preis. Es gibt auch viele Set-Angebote die einen vergünstigten Gesamtpreis bieten. Meist sind Hi-Hat und Fußmaschine aber darin enthalten und das ist eher eine sehr individuelle Angelegenheit. Genauso wie der Snare Ständer.

Die Hi Hat

Die Hi-Hat ist meiner Meinung nach der komplexeste Teil des Schlagzeugs, unzählige Stunden habe ich im Drum-Room von Just Music zugebracht um die richtige Maschine zu finden, und dann brauchte ich auch noch passende Becken dazu. Nach kurzer Zeit noch eine Remote Hi-Hat. Unglaublich was man hier an Geld loswerden kann. Die Hi-Hat Machinen sind ähnlich wie die Fußpedale der Bassdrum sehr unterschiedlich. Hier hilft nur ausprobieren und testen. Und das würde ich auch immer wieder tun. Spart Euch vorher aber etwas Geld an. Bis zu 450 Euro kann der Spaß kosten, bei der DW Aluminium Serie kannst auch noch etwas mehr sein. Die Modelle unterscheiden sich erheblich in den Punkten Verarbeitung, Material und Einstellmöglichkeiten. Wer viel im Studio arbeitet wird die Vorzüge einer Tama Dyna-Sync zu schätzen wissen, während im harten Bühneneinsatz die DW 5000er und 9000er Serie wirklich robuste Begleiter sind.

Die Toms

Wenn man Anfangs etwas sparen möchte dann hier. Der Anteil des Tom Kessels an der Klangqualität ist wesentlich geringer als man denkt. Das Fell und die Stimmung spielen hier eine eher untergeordnete Rolle. Generelle kauft man als ambitionierter Schlagzeuge sowieso mal wieder was anderes und meist aus optischen Gründen. Der eine hat den Folienlook satt und möchte die Maserung des Holzes sehen der nächste will Acryl mit LED und eingebauten Bling Faktor.

Die Crashbecken

Crashbecken sind den Größen 12″ bis 22″ weit verbreitet, wobei die gängigsten Größen bei 16″ und 18″ liegen. Hier hat man auch die größte Auswahl. Ihre Hauptaufgabe ist das setzen von Akzenten, in lauteren Musikrichtungen wird hier aber auch gerne mal die Rhythmus Arbeit drauf verrichtet. Je nach Material Stärke und Größe der Becken unterscheiden sich die Crash Becken in den Punkten Ansprechverhalten, Lautstärke, Klang und Ausklangverhalten. Je dünner desto dunkler und leiser, je dicker desto heller und lauter der Klang. Beim Einsatz von mehreren Crashbecken sollte man auf unterschiedliche Klangvarianten achten, die aber trotzdem gut zum vorhandenen Beckenmaterial passen.

Splash Becken

Splash Becken sind generell mit den Crash Becken vergleichbar. Sie sind mit Durchmessern von 6″ – 13″ aber wesentlich kleiner und haben nur einen sehr kurzen Nachklang. Sie werden häufig als Akzente im Zusammenklang mit der Snare genutzt. Sie besitzen ein wesentlich rascheres Ansprechverhalten, und klingen eher sehr hell und spritzig.

Effekt Becken

Volcano Cup Zil Bell, Trashformer, Shred Bell, Chopper Disc oder Spiral Stacker sind nur einige der klangvollen Namen der unzähligen Effektbecken. Große Kuppeln, Spiralförmig aufgetrennte Becken bis hin zu völlig deformierten Formen mit Nieten und Löchern versehen. Die Fantasie der Becken Manufakturen ist hier unbegrenzt und es gibt wirklich einige sehr brauchbare Exmplare.

Weitere Trommeln

Zusätzlich zu den gängigen Trommeln wie Bassdrum, Toms und Snare gibt es noch zahlreiche Varianten die verschiedene Soundfacetten ermöglichen. Octobans (gerne auch Rocket- oder Rata Toms) sind häufig anzutreffen genauso wie Roto Toms, Gong Drums, Piccolo Toms oder Side Snares. Häufig werden auch E-Pads am Set untergebracht um verschiedenste Klänge am Schlagzeug zu erzeugen.