Schlagzeug Marken und Hersteller

Eine Auflistung sowie Informationen zu Schlagzeug Marken und Hersteller ist nur schwer komplett zu bekommen. Es gibt soviele Hersteller die in irgendeiner Weise Schlagzeuge und Schlagzeugteile herstellen, das es unmöglich ist eine vollständige Liste zu erfassen. Da mich das Thema aber interessiert, werde ich die Ergebnisse meiner Recherchen hier niederschreiben mit dem Versuch, irgendwann mal eine fast vollständige Liste zu erstellen. Wenn Ihr noch Marken und Hersteller kennt die hier nicht aufgeführt sind, dann schreibt mir das bitte in die Kommentare.

Schlagzeug Marken im Überblick

  • Pearl
  • Sonor
  • Ludwig
  • Slingerland
  • Noble & Cooley
  • DW
  • PDP
  • Ayotte
  • Walberg and Auge
  • Taye Drums
  • Handmade Drums
  • GEWApure
  • Zebra Drums
  • Trixon
  • Premier
  • RMV
  • Tama
  • Yamaha
  • Gretsch
  • Remo
  • Rogers Drums
  • Canopus
  • C&C Drums
  • Soprano
  • ddrum
  • Drum Design
  • North Drums
  • Mapex
  • Traps
  • Millenium
  • Fame
  • Startone
  • British Drum Company
  • VOX
  • Dunnett Classic Drums
  • Adoro Drums
  • Dixon
  • Schagerl

Legendäre Schlagzeug Marken

Die Firma Ludwig

Unumstritten ist dass die Firma Ludwig & Ludwig einen großen Anteil an der Entwicklung des Schlagzeuges, so wie wir es heute kennen, hatte. Die Firma wurde von den zwei Ludwig Brüdern im Jahr 1909 gegründet. Das Geschäft mit den Schlagzeugen lief zwar gut aber nur schleppend. Daher versuchten sich die beiden Brüder darin Banjos herzustellen. Das ist ordentlich in die Hose gegangen, zudem kam noch die Weltwirtschaftskrise, und die Firma wurde an C.G. Conn verkauft. Der Bruder von William war da aber schon tot und William hat das Geschäft erst noch im Auftrag der Firma Conn weitergeführt.

1937 gründete er dann die W.F.L. Drum Company und brachte das legendäre Speed King Pedal auf den Markt. Die Geschäfte liefen gut und er konnte den guten Namen Ludwig zurückkaufen und nannte die Firma in Ludwig Drum Company um. Der legendäre Weltruhm wurde aber nicht durch den ausgezeichneten Klang oder der tollen Hardware hervorgerufen.

Vielmehr war es die Farbe „Black Oyster Pearl“ die dem Beatles Drummer Ringo Starr so gut gefiel das er sich dafür entschied ein Drum Set von Ludwig und nicht mehr von Premier zu spielen. Hätte Premier diese Farbe auch gehabt wäre die Geschichte sicher ganz anders verlaufen. Der Rest ist der typische Influenzer Schneeball Effekt, und wahrscheinlich auch der entscheidende Impuls für den Wettbewerb, denn danach hatten alle Schlagzeug Marken eine Oyster variante im Portfolio.

Die Firma Sonor

Soviel zur grauen Theorie die überall im Internet prominent zu finden ist. Generell ist es aber so das die Firma Sonor wohl schon 1900 eine Fußmaschine im Programm hatte die den heutigen Fußmaschinen nicht unähnlich ist. Ich hoffe das man auf Musicschool24 diese Bilder noch sehen kann. (Sagt bitte Bescheid wenn nicht, dann bemühe ich mich mal um die Bilder). Sonor gehört mit zu den weltweit innovativsten Schlagzeug Marken, und ist bis heute noch sehr um die Weiterentwicklung des Instruments bemüht.

Diverse Konstruktionen, die sich damals noch „Schlag-Apparat“ nannten, sind im Sonor-Katalog von 1911 schon aufgeführt. Da der Mechanismus aber relativ klar auf der Hand liegt, denke ich mal nicht das hier irgendwer von irgendwem abgekupfert hat, sondern Ludwig und Sonor unabhängig von einander ihre Fußmaschinen entwickelt haben. In der Sonor Historie kann man aber definitiv das erste Doppelfußpedal bewundern und das schon 1927. Es war aber eher der Versuch verschiedene Sounds aus der Bass Drum herauszuholen, denn mit zwei Füßen zu spielen.

Wie man sieht ist die Entwicklung des Schlagzeugs keine rein amerikanische Angelegenheit. Johannes und Otto Link waren nicht weniger daran beteiligt, wenn nicht sogar mehr. Leider fehlt es zu diesem Thema im Netz an geeigneten und guten Recherchen. Wenn man Erfinder des Schlagzeugs bei Google eingibt dann liest man immer wieder den Namen J.R. Olney, der definitiv nicht korrekt ist und man merkt hier deutlich das alle voneinander abgeschrieben haben. Zudem fehlen auf internationalen Seiten meist auch Hinweise auf die Firma Sonor, was den Mythos des amerikanischen Schlagzeugs weiterhin befeuert. Auch ist das Bestreben einmal alle Schlagzeug Marken auf einer Seite zu vereinen eher gering.

Slingerland Drum Company

Da muss ich vorweg schicken das ich die Geschichte von Slingerland richtig gut finde. Eigentlich hatte Anfangs Henry Heanon Slingerland nur Banjos im Sinn. Man produzierte Banjos und importierte Ukulelen aus Deutschland, allerdings konnte man hiermit nicht die Nachfrage erfüllen, weswegen man auch hier eigene Instrumente herstellte. Die Firma Ludwig sorgte dann höchstpersönlich dafür das Slingerland zu einer der führenden Schlagzeug Marken im amerikanischen Markt wurde.

1926 bekam Slingerland dann mit das Ludwig & Ludwig anfingen Banjos zu produzieren. Die Firma antwortete frech mit der eigenen Produktion von Snare Drums. Neben den Saiteninstrumenten etablierte sich das Schlagzeug aber als äußerst erfolgreiche Produktlinie, nicht zuletzt wegen der sehr beliebten Radio King Serie. Durch die Schlagzeuglegenden Gene Krupa und Buddy Rich wurden die Slingerland Kits vor allem in der Jazz Szene sehr beliebt und gerade die älteren Radio King Sets sind in Jazz Kreisen sehr begehrte Instrumente.

Während Ludwig & Ludwig den Einstieg in das Banjo Geschäft teuer bezahlen mussten, ging es Slingerland prächtig und die Marke etablierte sich als eine der führenden Drumhersteller. Der Firmeninhaber änderte den Namen in Slingerland Banjo & Drum Company. Ludwig musste feststellen das die Nachfrage nach Banjos rückläufig war und zudem haben Sie sich damit einen neuen sehr starken Konkurrenten geschaffen. Ende vom Lied? Ludwig wurde von Conn aufgekauft während Slingerland den Namen um den Titel Drums erweiterte.

1955 kaufte Slingerland sogar die ehemalige Konkurrenz Leedy von Conn und baute bis in die späten 60er Jahre Schlagzeuge mit typischer Leedy Hardware. Anfang der 70er Jahre wurde die Firma dann verkauft und wechselte in Folge mehrmals den Besitzer, neben Gibson war auch der Schagzeughersteller Gretsch im Besitz der Firma. Heute ist Slingerland ein Teil der Firma Drum Workshop und der Name wartet auf sein Comeback.

Die Firma Premier Percussion

Schlagzeuger Albert Della Porta entschied sich 1922, im Alter von gerade mal 20 Jahren, selber Schlagzeuge zu bauen. Mit dem Schlagzeugbauer George Smith gründet er dann die Premier Drum Company eine der bekanntesten britischen Schlagzeug Marken.. Anfangs arbeitete man noch als Zulieferer für andere Marken und stellte erst später eigene Sets her. Die ersten Sets bestanden in der Regel aus Bass Drum Snare, Becken und Ständer. Manchmal auch mit einer kleinen Tom.

Im zweiten Weltkrieg musste Premier für die Rüstungsindustrie arbeiten und stellte unter anderem Zielfernrohre und Teile für Radargeräte her. Ob diese Tätigkeit dazu führte das die Fabrik in West London zu einem Ziel beim Bombenangriff in 1940 wurde ist ungewiss. Die Firma zog nach Wigston um, wo 3 kleine Fabriken für die weitere Produktion genutzt wurden.

Bevor Ringo Star zu Ludwig wechselte, spielte er Premier Drums. Hätte die Firma Premier eine ähnlich coole Farbe, wie das damals legendäre Black Oyster Set, gehabt. Wäre die Geschichte der Drum Entwicklung sicherlich ganz anders gelaufen. Trotz des Wechsels von Ringo Starr zu Ludwig, entwickelte sich Premier in den 60er und 70er Jahren zur weltweit stärksten Marke direkt hinter dem FC Bayern, ähhhh Ludwig. Denn mit Keith Moon hatte man ein kräftiges Zugpferd im Stall. Weitere Größen waren Rick Buckler, Mel Gynor, Nick Mason, John Coughlan und natürlich Phil Collins.

Die Firma wechselte auch öfters mal den Besitzer, zwischenzeitlich war Premier auch ein Teil der Yamaha Gruppe. Mittlerweile gehört die Firma anscheinend einem britschen Konsortium. Die Premier Serie wird weiterhin in England hergestellt während die Herstellung der Artitsts Serie nach Taiwan ausgelagert wurde. Die Hardware wird mittlerweile in der gleichen Fertigungsanlage wie die Hardware von Tama hergestellt. Man sieht schon das die Übergänge innerhalb der Schlagzeug Marken, fließend sind.

Pearl Musical Instruments Company

Am 2. April 1946 gründete der Japaner Katsumi Yanagisawa in Tokio die Firma Pearl und stellte Notenständer her. In den 50er Jahren wechselte die Produktion zu Schlagzeugkesseln, die an mehr als 30 verschiedene Hersteller in der ganzen Welt geliefert wurde. In den 60er Jahren wurden diese Lieferungen eingestellt und Pearl stellte eigene Schlagzeuge her, vorerst beschränkte man sich auf Kopien der etablierten Hersteller. Das heute weit verbreitete Tomhaltesystem wurde im Jahr 1970 entwickelt.

Mit der Export Serie gelang Pearl dann in den 8oer Jahren ein Riesenwurf, es gilt bis heute als die meistverkaufte Drum Serie der Welt und wird immer noch gebaut. Die Serie gilt als Garant für ein qualitativ hochwertiges Drumset zu einem moderaten Preis. Auf der Welle des großen Erfolges dieser Serie baute Pearl seine Oberklasse Serien immer weiter aus und verbesserte die Produktion der Kessel und vor allem auch der Hardware. Dies führte dazu das Pearl mittlerweile als eine der bekanntesten Schlagzeug Marken unter den Schlagzeugen zählt.

Gretsch Drums

Mein absoluter Lieblings Drum Hersteller. Rob Bourdon, Vinnie Colaiuta, Phil Collins und vor allem Taylor Hawkins, können einfach nicht irren. Auch Charlie Watts spielte auf Gretsch Drums. Die Firma ist aber eher für Ihre Gitarren bekannt und beliebt gewesen. Das änderte sich aber mit der Entwicklung der Broadkaster Drum Sets. Die Drumkits von Gretsch wurde immer beliebter und schon bald spielten viele namhafte Schlagzeuger aus dem Hause Gretsch. Firmengründer Friedrich Gretsch war übrigens aus Mannheim, verstarb aber früh und unerwartet. Sein 15jähriger Sohn Fred Gretsch leitete daraufhin die Firma und führte sie unter Mithilfe seiner Mutter zu einem der erfolgreichsten Musikinstrumentenhersteller und auch Schlagzeug Marken der USA.

Andere Schlagzeug Marken

Ludwig und Sonor waren die ersten großen und bekannten Schlagzeug Marken und Hersteller zu der Zeit. Premier wurde 1920 gegründet und hat Anfangs nur für andere Hersteller wie z.B. die damals in England sehr bekannte Make Jedson Instruments der Firma John E. Dallas & Sons, Ltd. (Jedson Schlagzeug aus 1935). Eine weitere bekannte Marke der Dallas Ltd. war z.B. Carlton. Die Marke Premier hat sich aber durchgesetzt und ist bis heute erhalten. Ringo Starr hat vor seinem Wechsel zu Ludwig im übrigen auf Premier Drums gespielt.

Ein weiterer wichtiger Hersteller war die Walberg and Auge Drum Company. Sagt einem erstmal gar nix, aber die haben die moderne Hi-Hat in Serie hergestellt, die, so wie wir es heute kennen, sowohl mit der Hand als auch mit dem Fuß bespielbar war. Die Firma war auch Hardware Zulieferer für Ludwig, Slingerland, Gretsch, Leedy und andere namhafte Drum Set Hersteller.

In Deutschland kam neben Sonor noch die Firma Trixon auf den Markt, große Traditon hat auch die Firma Lefima, die aber keine kompletten Schlagzeug Sets herstellen. In Groß Britannien hat sich vor allem die Marke Premier als Traditionshersteller einen guten Namen unter den Schlagzeug Marken gemacht.

Weitere Entwicklung der Schlagzeug Marken

Ich bin kein Hellseher, aber die zunehmende Konkurrenz durch elektronische Drum Kits, sowie immer billger werdenden Hausmarken wird die großen Schlagzeug Marken noch sehr in Bedrängnis bringen. Die Innovationen kommen zwar immer noch von Schlagzeug Marken wie Sonor, DW, Yamaha und Pearl, aber die Kopien sind schnell auf dem Markt. Die eingesessenen Schlagzeug Marken werden es in Zukunft nicht leichter haben, dementsprechend gibt es bei den meisten etablierten Marken auch Einsteiger Linien die das untere Preissegment bedienen. Diese „Einsteiger-Schlagzeug Serien“ werden meist in großen Stückzahlen in Fernost produziert und sind oft von der Qualität identisch mit den Hausmarken der großen Musikhäuser, stammen oft sogar aus der gleichen Fabrik.

Zusätzlich drängen auch immer mehr kleine Schlagzeug Manufakturen auf den Markt, die aber oft auch genauso schnell wieder verschwinden. Diese sogenannten Custom Schlagzeuge bedienen den oberen Mittelklasse bis High End Bereich. Der Drang nach Individualität ist sehr groß geworden. Die Schlagzeuger geben sich mittlerweile nicht mehr so gerne mit Stangenware zufrieden, da sie diese auch für wesentlich weniger Geld von den Fernost Noname Hausmarken bekommen.

Interessante Links und Quellen zum Thema

Kataloge

Vintage Seiten

Hersteller Historien

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