Sechzehntelnote – Notenwerte einfach erklärt

Die Sechzehntelnote genießt einen zweifelhaften Ruf. Immer wenn ich im Orchester neue Noten verteile rufen die Takte mit den Sechzehntelnoten immer sehr eindeutige Reaktionen hervor.

  • Wer soll das denn bitte spielen?
  • Oh Gott, so viele Noten!
  • Muss es denn immer so schnell sein?
  • Hilfe, ich muss auf’s Klo!

Dabei kann die arme Sechzehntelnote gar nix dafür. Denn meistens beachten die Musiker nicht das Grundtempo des Stücks. Eine Sechzehntelnote im Lento ist natürlich nicht sonderlich schnell und schon gar nicht unspielbar. Es ist genau wie bei der Achtelnote eine Frage der Relation. Tempo ist relativ und hängt nicht vom Notenwert ab.

Zugegeben, oft sind die Sechzehntelnoten schnell :D, aber der Musiker soll sich ja auch weiterentwickeln. Das gilt natürlich auch und vor allem für uns Schlagzeuger. Denn woran erkennt man den Schlagzeuger an der Tür? Das klopfen wird schneller! (har har har, selten so gelacht. Anm. der Redaktion) Damit uns das nicht passiert sollten wir beim Üben, egal ob Viertel-, Achtel- oder Sechzehntelnoten, immer das Metronom einschalten. Es dauert bei vielen eine sehr lange Zeit bis man ein gleichbleibendes wenig schwankendes Tempo über einen längeren Zeitraum halten kann. Vor allem wenn man vorher jahrelang ohne Metronom die Tempi frei variiert hat. Genug palavert, nun aber zu den Sechzehntelnoten.

Wie sieht eine Sechzehntelnote aus?

Genauso wie eine Achtelnote, mit dem kleinen aber feinen Unterschied, das die Sechzehntelnote noch ein zusätzliches Fähnchen hat. Ansonsten besteht sie aus den gleichen Bestandteilen. Ausgefüllter Notenkopf, einen Notenhals und dann natürlich zwei Fähnchen. Wenn die Sechzehntelnoten in Rudeln auftreten, dann werden sie in der Regel mit zwei Balken gruppiert. Hier sind Gruppierungen von zwei bis acht Sechzehntelnoten möglich. Die Art der Gruppierung hängt von der verwendeten Taktart ab und richtet sich dabei nach den Zählzeiten. In einem 4/4 Takt ist einer Achtergruppierung eher unüblich, hier verwendet man eher Vierergruppen um die Zählzeiten gut erkennbar zu machen. In einem 2/2 Takt wären Achtergruppen dann die bessere Wahl. Dieses Verfahren ist aber weder genormt noch vorgeschrieben.

So sehen Sechzehntelnoten aus
Separat stehende Sechzehntelnoten und Pausen – Gruppierung mit Balken – Verbalkung mit Pausen

Überblick

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Auch für Musiklehrer sehr interessant da hier sehr einfache Erklärungen verwendet werden.

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Gruppierung von Sechtzehntelnoten

Sechzehntelnoten sind eher selten unverbalkt (ohne Balken) anzutreffen, denn es macht selten Sinn sie allein für sich stehen zu lassen. In der Regel würde man statt einer einzelnen Sechzehntelnoten eher eine Staccato Achtel schreiben. Dies ist einfacher zu lesen und erspart das schreiben von zusätzlichen Pausenzeichen. Sechzehntelnoten kommen also meist gruppiert im Notentext vor. Hierzu werden die Notenhälse mit 2 Balken verbunden (verbalkt). In der Regel geschieht dies auch über Pausenwerte hinweg. Durch diese Gruppierung erkennt man entweder die Zählzeiten, die Betonungen oder beides im Takt besser und findet sich beim Lesen besser zurecht.

Die gewählte Taktart hat dabei großen Einfluss auf die Gruppierung. Während man in geraden Taktarten eher gleiche Taktgruppen bildet so sind in ungeraden Takten unterschiedliche Größen zu finden. Die Größen der Gruppen richten sich dabei nach der Betonung im Takt selbst. Das klingt jetzt erstmal kompliziert, wird aber durch die folgenden Abbildungen schnell deutlich.

Gruppierung von 16tel Noten
Sechzehntelnoten im 4/4tel und 2/2 Takt
Sechzehntelnoten im 5/8 Takt
Gruppierung im 5/8tel Takt
7/8 Takt und Sechzehntelgruppen
Gruppierungen im 7/8 Takt

Wie lang ist eine Sechzehntelnote?

Eine Sechzehntelnote ist doppelt so lang wie eine Zweiunddreißigstelnote und halb so lang wie eine Achtelnote. Einen Zeitfaktor gibt es nicht denn die absolute Dauer des Tones hängt vom gewählten Tempo ab, und wie wir oben bereits gelernt haben ist das Tempo relativ. Heißt also in langsamen Stücken sind die Sechzehntelnoten länger als in schnellen Stücken. Um die absolute Länge für ein bestimmtes Stück zu berechnen nutzen wir einmal das folgende einfach Beispiel

Wir haben ein Stück bei dem die Viertel im Tempo von 60bpm gespielt wird. Die Viertelnote ist hier also genau eine Sekunde lang. Eine Sechzehntelnote ist genau ein Viertel von einer Viertelnote. Somit ist diese dann genau 0,25 Sekunden lang. (Gott was für ein Blödsinn sowas zu berechnen)

Nun den, mein Rat, folge dem Flow und spiel im Rhythmus dann passt das schon.

Wie zählt man Sechzehntelnoten?

Viertelnoten werden ja bekanntlich „1-2-3-4-“ gezählt. Achtelnoten dann „1-und-2-und-3-und-4-und-„. Bei Sechzehntelnoten setzt man nun noch ein „e“ dazwischen, also: „1-e-und-e-2-e-und-e-3-e-und-e-4-e-und-e-„. Das lässt sich gut und flüssig aussprechen (eineundezweieundedreieunde). Macht aber nur Sinn wenn man das Tempo so wählt das man es auch sprechen kann. Besser machen es die englischsprachigen Länder da hier zwischen der zweiten und vierten Sechzehntel unterschieden wird, was bei wörtlichen Erklärungen wirklich sehr hilfreich ist. Hier zählt man „One e and a Two e and a“ usw. So kann man die einzelnen Sechtzehntel Noten der Zählzeiten ziemlich genau beschreiben und erklären. Das ist aber nur ein kleines Randdetail, man kommt mit der deutschen Zählweise auch gut zu Recht.

Eine weitere Möglichkeit ist die sogenannte Rhythmus- bzw. Taktsprache. Hier verwendet man pro Sechzehntelnote einer Zählzeit einen anderen Laut. Vier Noten werden dann halt Ta-ga-Te-ge gesprochen. Das ermöglicht ebenfalls ein flüssiges Sprechen der Rhythmen, ich konnte mich damit aber noch nie so recht anfreunden und bleibe lieber bei meinen Zahlen und Zählzeiten.

Sechzehntelnoten Zählweise
Beispiel A zeig die deutsche zählweise. Bei B die etwas bessere englische Variante und C die Takt- bzw. Rhythmus Sprache

Mögliche Kombinationen mit Sechzehntelpausen und deren Schreibweisen

Die Möglichkeiten diese kleinen Notenwerte mit gleichwertigen Pausen zu kombinieren sind erschöpfend vielfältig. Zu den ohnehin schon massig vorhandenen Kombinationsmöglichkeiten kommen dann auch noch verschiedene Schreibweisen die mehr oder weniger gut zu lesen sind. Wenn innerhalb einer Gruppierung eine Pause notiert ist, so wird der Balken ein der Regel nicht unterbrochen, handelt es sich bei der Pause um die dritte Sechzehntel, so wird die zweite meist als Achtelnote notiert. Diese Figur ist dann wesentlich einfacher zu erfassen und schneller umzusetzen.

Verschiedene Rhythmusmuster in alternativen Schreibweisen
Die beiden Rhythmusfiguren in A,B,C und D klingen auf der Snare jeweils gleich, sind aber unterschiedlich gut zu lesen, und können auf den ersten Blick auch missverstanden werden.

Vorsicht ist geboten wenn eine Achtel einer Sechzehntel folgt, wie in den Beispielen A und C. Während die Notationsweise mit einer Pause sehr eindeutig ist, so kommt es bei der Variante gerne zu Fehlinterpretationen. Viele Anfänger tun sich schwer damit die Achtel im richtigen Abstand zur ersten Sechzehntel zu spielen, da sie denken es müsste eine Pause dazwischen, schließlich ist der zweite Balken ja unterbrochen. Bei den Beispielen B und C ist die Lage eindeutiger und die Variante mit der Achtel ist wesentlich leichter und schneller zu erfassen und zu deuten. Ist man sich aber dem Umstand bewusst das es sich bei A und C jeweils um identische Rhythmen handelt, so wird man diese Schreibweise schnell zu schätzen wissen.

Übungen zu Sechzehntelnoten

Jeder Paradiddle, jede Übung in Stick Control und zahlreiche Rudiments können in Sechzehntel Noten ausgeführt werden oder enthalten sogar schon welche. Im Grunde sind Sechzehntel nix anderes als Achtelnoten, nur das die doppelte Anzahl an Noten in einen Takt passt. Es macht keinen Sinn eine Folge von 16 Sechzehntelnoten zu üben, dies macht man meist schon im Warm Up, bei Paradiddle, mit Achtelnoten Fill Ins oder was auch immer. Vielmehr sollte man hier besondere Aufmerksamkeit auf die Kombinationen und das schnelle Erfassen der Noten legen, und vor allem immer mit Metronom üben.

Hier schleichen sich schnell rhythmische Ungenauigkeiten ein die dann zu einer eher ternären Rhythmik führen anstand zu korrekt ausgeführten Sechzehntel Noten. Folgende Beispiele können nach dem täglichen Warm Up als Technikübung mit eingebaut werden. Hier kann man auch gerne selbst kreativ werden und eigene Kombinationen erfinden. Die Basics sollten aber erstmal beherrscht werden. Je mehr Zeit hier investiert wird desto besser werden spätere auftauchende Fill Ins umzusetzen sein.

Am besten übt man die einzelnen Figuren erstmal separat für sich. Jeder Takt der folgenden Übung stellt eine mögliche Variante mit jeweils einer fehlenden Sechzehntelnote dar.

Sechzehntelnoten mit Pausen - Die Basics
Taktweise üben um die Rhythmik zu verinnerlichen

Im Anschluss kann man die einzelnen Muster kombinieren. Wenn man hier noch Probleme hat sollte man sich vorerst auf 2 verschiedene Möglichkeiten konzentrieren bevor man alle Kombis aneinanderreiht (Takt 4).

Übung zu Sechzehntel Noten

Die Kombination mit zwei Sechzehntelpausen ist manchmal tückisch. Hier schleichen sich gerne rhythmische Flüchtigkeitsfehler ein die das Gesamtbild unrhythmisch und unrund erscheinen lassen. Hier bietet es sich an mit Akzenten zu arbeiten um sich langsam an das Endergebnis heran zu tasten.

Sechzehntel Übungen mit Akzenten
Der Einsatz von Akzenten ist eine gute Möglichkeit um Rhythmische Figuren besser zu verstehen und exakter spielen zu können.

Voraussetzung ist die Zuhilfenahme eines Metronoms.

Probleme beim Spielen von Sechzehntelnoten

Das größte Problem, das alle Schlagzeugschüler erstmal haben ist das Tempo. Entweder werden sie langsamer oder sie werden schneller. Dies kann man mit einem Metronom hervorragend üben. Ein Schlagzeuger sollte sowieso das beste Metronom haben was er für Geld kaufen kann. Es ist das ultimative Trainingswerkzeug. Ich kann es manchmal nur schwer verstehen das man Unmengen an Kohle in ein Crash Becken versenkt, aber dann mit einem Metronom daherkommt das gerade mal ein krächzendes Beep herausbringt. In Ermangelung eines Metronoms kann man auch laut und deutlich mitzählen, für eine gewisse Zeit geht das, aber bitte Gott verdammt kauft Euch ein gescheites Metronom.

Abschlussbetrachtung

Sechzehntelnoten und deren Kombinationen sind für Drummer extrem wichtig. Fast alles am Drumset spielt sich in dieser Unterteilung ab. Vor allem in Kombination der Instrumente. Hier kommt es auch drauf an welche Art der Schlagzeugnotation vorliegt. Wird die Hi-Hat bzw. das Ride Becken zusammen mit der Snare gruppiert ergeben sich hier häufig Achtel- Sechzehntel Kombinationen die man schnell erkennen und erfassen muss. Hinzu kommt noch der Faktor „Virtuosität“ der bei den Sechzehntelnoten erst so richtig startet. Im Zusammenhang mit Rolls in Zweiunddreißigstelnoten wird dem Schlagzeuger hier einiges abverlangt.

Sechzehntelnoten sind bei manchen Instrumenten das Salz in der Suppe, beim Schlagzeug das täglich Brot. Eine tägliche Übeeinheit sollte den verschiedenen Sechzehntelkombinationen gewidmet werden. Am besten in Verbindung mit Achtelnoten, denn 16 Sechzehtnelnoten in einem Takt ist nix anderes als 8 Achtelnoten in einem Takt, nur doppelt so viel. Geschwindigkeit spielt keine Rolle, die kommt in der Regel von ganz alleine wenn man seine täglichen Übungen korrekt und regelmäßig ausführt.

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